Ladedruck-Reglung V2

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bofh
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Ladedruck-Reglung V2

Post by bofh » Wed 1. Feb 2012, 10:07

Bevor ich per Email indiviuell Fragen bzgl der Ladedruck-Regelung Fragen beantworte ist es sinnvoller einen Thread im Forum anzulegen.

Basics:
Der Ladedruck wird über ein Taktventil (N75) geändert. Dieses Takventil sitzt in der Druckleitung zur Druckdose und kann vom MD per PWM ( http://de.wikipedia.org/wiki/Pulsweitenmodulation ) gesteuert werden wieviel Ladedruck es zur Druckdose durchlässt. Das PWM Signal ("duty cycle") kann beliebige Werte zwischen 0 (alles durchlassen) und 255 (nichts durchlassen) annehmen. Ergo gibt ein duty cycle von 255 den maximalen Druck (Vorsicht, hier öffnet aber das Wastegate garnicht mehr da die Druckdose absolut keinen LD mehr abbekommt); ein duty cycle von 0 ergibt den Druck der an der Druckdose voreingestellt ist.
Die Kombination duty cycle / resultierender LD ist für jede Motor-/Laderkombination unterschiedlich und muss auf der Straße rausgefahren werden.

In der V1 war es so daß man zwei duty cycles einstellen konnte zwischen denen per Schalter umgeschaltet wurde (z.B. 100 / 250).
Das Umschalten zwischen 2 LD-Einstellungen ist immer auch bei den nachfolgend genannten komplexeren Regelungen möglich und wird wird von mir nicht mehr extra erwähnt.

V2 Drehzahlabhängig:
Duty cycles können drehzahlabhängig konfiguriert werden: es gibt ein 16x1 Kennfeld, in dem für 16 RPM Stufen (7000/16) unterschiedliche duty cycles definiert werden können.

V2 Drehzahl- / Gangabhängig:
Es gibt für Gang 1-6 jeweils ein eigenes Kennfeld.
Woher weiß das MD welcher Gang eingelegt ist? Das wird errechnet aus Drehzahl, Geschwindigkeit und dem Übersetzungsverhältnis des Getriebes.
Für diese Steuerung kann optional noch eine Overboost-Protection implementiert werden!

V2 Drehzahl- / Gangabhängig mit PID-Regelung:
Dieser closed-loop Controller ist eine "echte" Regelung (http://de.wikipedia.org/wiki/Regelung_( ... d_Technik)); die vorgenannten Möglichkeiten sind nur eine LD-Steuerung.
Hier wird weiterhin ein Grund duty cycle definiert (je Gang ein 16x1 Kennfeld).
Zusätzlich kann ein gewünschter Ladedruck ("Setpoint") vorgegeben werden (je Gang ein 16x1 Kennfeld). Ein PID Controller (http://de.wikipedia.org/wiki/Regler#PID-Regler) regelt dann selbstständig auf den gewünschten Ladedruck.
Warum muss dann trotzdem ein duty cycle vorgegeben werden? Um schnell das gewünschte LD-Niveau zu erreichen muss der Grund duty-cycle ungefähr stimmen (ansonsten kann es zu Überschwingern kommen).
Gleichzeitig ist die Regelung auch ein Schutz gegen zu viel Ladedruck!
Der PID-Controller selbst muß auch konfiguriert werden. Hier gibt es auch 2 verschiedene Settings (conservative und aggressive); diese werden anhängig vom Abstand zwischen Ist- und Soll-LD aktiv.

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